v15.0 KitKat ND5 im Versions-Vergleich: Was den Build zur Referenz machte
Drei Builds, eine Linie: v8.0 als Stabilisator, v10.0 NB3 als Feature-Sprung, v15.0 ND5 als End-of-Line. Wo die Sprünge stattfanden, was an ND5 endgültig wurde — und warum dieser Build heute noch geflasht wird.
Die KitKat-Linie für das LG X-Note SU540 umfasste drei klar abgrenzbare Hauptversionen: v8.0 KitKat (Mitte 2014), v10.0 KitKat NB3 (Anfang 2016) und v15.0 KitKat ND5 (Ende 2018). Dazwischen lagen kleinere Punkt-Releases, Hotfix-Builds und ein paar nicht-öffentliche Testversionen. Wer heute einen Build sucht, der ein SU540 noch sinnvoll betreibt, landet fast immer bei ND5 — und das aus drei nachvollziehbaren Gründen.
v8.0 — der Stabilisator
v8.0 war der erste Build, mit dem KitKat (Android 4.4.2) auf dem SU540 ohne tägliche Reboots lief. Der Vorgänger v7.x hatte ein chronisches Wakelock-Problem im Modem-Treiber; jeder fünfte Reboot endete im Bootloop, sobald die SIM eine 3G-Verbindung aufbaute. Mit v8.0 wurde dieses Problem durch einen modifizierten RIL-Stack gelöst, der eine ältere TI-Firmware re-eingebunden hatte. Die Konsequenz: stabile Daily-Driver-Tauglichkeit, aber mit einem leicht schlechteren Akku-Verhalten als der Originalrom. Wer v8.0 heute flasht, bekommt etwa 11 Stunden Standby — nicht spektakulär, aber ausreichend.
Build-String: lge_su540-userdebug 4.4.2 KOT49H 2014.08.14.NOCHILL.v8. Kernel: 3.0.31-LGE-OMAP3-NOCHILL. SELinux: Permissive.
v10.0 NB3 — der Feature-Sprung
NB3 (für „November-B-Three”, die dritte Beta-Iteration aus November 2015) brachte mehrere Dinge gleichzeitig: einen aktualisierten OpenGL-ES-2.0-Treiber für die PowerVR-SGX530, das ART-Runtime statt Dalvik (was auf dem schmalen RAM-Budget des SU540 mutig war), einen neuen Wifi-Treiber, der WPA2-Enterprise akzeptierte, sowie ein neues init-Skript, das die Boot-Zeit von etwa 95 auf 62 Sekunden senkte. Der Preis: NB3 war auf Geräten mit beschädigtem NAND deutlich anfälliger für Random-Reboots als v8.0. Wer ein SU540 mit längerer Schreibhistorie hatte, blieb meist bei v8.0.
Build-String: lge_su540-userdebug 4.4.4 KTU84P 2016.02.03.NOCHILL.v10NB3. Kernel: 3.0.31-LGE-OMAP3-NOCHILL-NB3. SELinux: Enforcing (mit Custom-Policy).
v15.0 ND5 — der End-of-Line
ND5 erschien fast drei Jahre nach NB3 und war von Anfang an als finaler Build geplant. Die Versions-Sprünge zwischen v10 und v15 bestanden überwiegend aus Sicherheits-Backports — die Android-Sicherheits-Bulletins von 2017 und 2018 wurden, soweit auf KitKat überhaupt sinnvoll portierbar, in einzelne Patch-Sets integriert. ND5 selbst war dann das Aufräumen: SELinux-Policy konsolidiert, RIL-Stack zurück auf eine etwas ältere, aber bewährtere TI-Variante, ein verfeinerter Akku-Manager mit niedrigerem Idle-Drain, und der finale Schritt zur Stabilität.
Build-String: lge_su540-user 4.4.4 KTU84P 2018.11.19.NOCHILL.v15ND5. Kernel: 3.0.31-LGE-OMAP3-NOCHILL-ND5-stable. SELinux: Enforcing.
Warum ND5 heute zählt
Drei Gründe machen ND5 zum kanonischen End-of-Line-Build:
- Sicherheits-Backports. Auch wenn KitKat als Plattform schon 2018 jenseits des offiziellen Supports lag — die wichtigsten Stagefright-Patches, der KRACK-Workaround und die TrustZone-Backports waren in ND5 enthalten. Für ein Offline-Gerät reicht das.
- Akku-Verhalten. Der überarbeitete Idle-Manager senkte den Standby-Drain auf etwa 0,9 % pro Stunde — das doppelte der Original-LG-Firmware, aber kompatibel mit Ersatzakkus, die heute noch beschaffbar sind.
- Endgültige Policy. Nach ND5 gab es keine weiteren Builds. Wer flasht, weiß, dass keine inkompatiblen Update-Pakete mehr durch die Pipeline kommen — eine Eigenschaft, die für Archiv-Geräte zählt.
Diff-Tabelle (vereinfachte Auswahl)
| Aspekt | v8.0 | v10.0 NB3 | v15.0 ND5 |
|---|---|---|---|
| Android-Basis | 4.4.2 KOT49H | 4.4.4 KTU84P | 4.4.4 KTU84P |
| Runtime | Dalvik | ART | ART (tuned) |
| SELinux | Permissive | Enforcing | Enforcing |
| Boot-Zeit | ~95 s | ~62 s | ~58 s |
| Idle-Drain | ~1,8 %/h | ~1,2 %/h | ~0,9 %/h |
| Sicherheits-Patches | bis 2014 | bis 2016 | bis 2018-11 |
Die ausführlichen Tabellen — inklusive Build-Hashes und reproduzierbarer Verifikations-Anleitung — folgen in der nächsten Ausgabe.